Evaluationsmethoden
Instrumente, Verfahren oder Problemlösungsstrategien, welche systematisch im Lebenszyklus einer Evaluation zur Anwendung kommen, um evaluationsbezogene Aufgaben zu bearbeiten.
In diesem weiten Verständnis (Varianten s.u.) kann jede systematisch beschreibbare Routine, die für Zwecke der Planung und Umsetzung von Evaluationen einsetzbar ist, als Evaluationsmethode bezeichnet werden. Dies schließt die klassischen empirischen Forschungsmethoden in den Bereichen Forschungsdesign, Datenerhebung und Auswertung ein, meint aber auch umfassendere Verfahren wie z.B. Kontext-, Netzwerk- oder Kausalanalysen und umfasst darüber hinaus auch Methoden wie Zielklärung, Stakeholderanalyse und Beteiligungsverfahren, Auswahl und Gewichtung von Bewertungskriterien, Wirkungsmodellierung bis hin zu Valorisierungsaktivitäten.
In diesem Sinne haben Evaluationsmethoden nicht nur große Überschneidungen mit Forschungsmethoden, sondern auch mit allgemeinen Methoden von Projektmanagement, Prozessmoderation, Kommunikation, Beteiligungsverfahren, Organisationsentwicklung oder Wissensmanagement. Hinzu kommen aber vor allem noch "dezidiertere" Evaluationsmethoden, die auf eine systematischen Bewertung ausgerichtet sind wie z.B. Bedarfsanalysen, Evaluierbarkeitsanalysen, Plausibilisierungsworkshops, Best Practice oder evaluation rubrics.
Die breite Kenntnis von Evaluationsmethoden ist ein zentraler Bestandteil von Evaluationskompetenzen. Das oben genannte breite Verständnis war explizit auch einer von vier Kompetenzbereichen in der ersten Auflage der entsprechenden DeGEval-Empfehlungen (DeGEval, 2004), die aktuelle Revision beschränkt den Methodenbegriff stärker auf die empirische Tätigkeit (DeGEval, 2024). In der DeGEval gibt es einen Arbeitskreis "Methoden in der Evaluation", der ebenfalls ein breites Methodenverständnis hat.
Varianten: Der Begriff wird im Feld sehr unscharf verwendet und sein Verständnis hängt dann eng mit den zugrundeliegenden Evaluationsverständnis zusammen. Wer Evaluation als spezifisches Design der Sozialforschung versteht, verwendet den Begriff meist rein synonym mit empirischen Forschungsmethoden und meint dann v.a. Erhebungs- und Auswertungsmethoden. In Praxiskontexten werden dagegen oft niederschwellige Verfahren für Bewertung und Reflexion wie z.B. Feedbackverfahren oder Projekttagebücher als Evaluationsmethoden bezeichnet (vgl. Selbstevaluation).